Der innere sichere Ort (Imaginationsübung zur Stabilisierung)

Der innere sichere Ort ist eine Übung, die man als den Klassiker aller Imaginationsübungen bezeichnen könnte. Die Idee ist, sich einen Ort vorzustellen, an dem ich mich rundum wohl und sicher fühle. In Situationen, wo ich mich gut fühle, nehme ich mir die Zeit, in meiner Phantasie an diesen Ort zu gehen, ich lasse mich darauf ein und spüre, wie gut es mir tut, dort zu sein. Zur Verstärkung kann ich das Gefühl und den Ort auch mit einer Geste in meinem Körper verankern. Wenn ich dies ein paar mal gemacht habe, merke ich, dass ich immer leichter und schneller zu dem Ort und dem damit verbundenen Gefühl komme. Jetzt kann ich auch an diesen Ort gehen, wenn ich mich schlecht fühle.

Los geht’s:

Suche Dir einen ruhigen, ungestörten Platz. Nehme dann bitte eine bequeme Haltung ein, wobei ich Dir raten würde, dich nicht hinzulegen. Am Geeignetsten ist es, wenn beide Füße fest den Boden berühren.

Versuche Dir in Gedanken, als Bild, einen Ort vorzustellen, an dem Du Dich rundum wohl und geborgen fühlst.

Vielleicht hast Du erst nur Bilder, vielleicht Gefühle, vielleicht ist es erst auch nur ein gedachter, konstruierter Ort. Wenn schlechte Orte auftauchen, gehst Du einfach weiter. Wenn Du keinen solchen Ort findest, fehlt es vielleicht an einem Transportmittel? So ein Ort kann eine Bergwiese sein, eine Oase in der Wüste, ein sicheres Schiff auf dem Meer, ein Raumschiff, eine Höhle, ein Haus …..

Der Ort sollte Dein Ort sein

Wichtig ist: das ist Dein Ort, Du hast die Kontrolle über ihn. Wenn Du willst, kannst Du andere mit dorthin nehmen, aber der Ort sollte Dein Ort sein. Dein Wohlbefinden sollte nicht von anderen abhängig sein. Du lädst andere an Deinen Ort als Gäste ein, d.h. Du kannst sie jederzeit wieder wegschicken. Ich würde jedoch empfehlen, keine Menschen einzuladen.

Wenn Du den Ort gefunden hast, überprüfe, ob er wirklich mit allen Sinnen gut für Dich ist: Was siehst Du, gefällt Dir das? Was riechst Du, ist das angenehm? Hörst Du etwas und wenn ja, hörst Du das gerne? Was spürst Du auf der Haut, weht ein leichter Wind, wie ist die Luft, wie warm ist es…? Das ist Dein Ort und Du kannst ihn so gestalten, wie Du willst.

Genieße diesen Ort, lass Dich auf das Wohlgefühl richtig ein, nimm es in Dich auf. Wenn etwas nicht stimmt, verbessere es. Wenn Du feststellst, dass Du zuviel andere Gedanken hast und Dich nicht auf den Ort einlassen kannst, erzwinge nichts, versuche es ein anderes mal.

Bist Du an diesem Ort, so versuche ihn Dir mit allen Sinnen einzuprägen. Sieh ihn, höre ihn, rieche ihn, spüre ihn, schmecke ihn… Alles, was Dir angenehm ist, ist dabei in Ordnung.

Eine Geste als Eintrittskarte

Dann schaffe Dir eine Geste, oder ein Zeichen, mit dessen Hilfe Du an diesen Ort gehen kannst. Ein Symbol, das sozusagen eine Eintrittskarte ist. Das kann eine Faust sein, das kann sein, sich festzuhalten, die Hände zu verschränken…

Mach diese Geste, wenn Du an diesem Ort bist und diesen Ort spürst.

Es geht darum, dass Du das, was Du spürst, wenn Du sicher bist und Dich wohl fühlst, körperlich zu verankern.

Verlasse dann diesen Ort, orientiere Dich wieder im heute. Dabei kannst Du nun wieder ganz bewusst wahrnehmen, wie Deine Füße den Boden unter Dir berühren.

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